Der Nachbar – Teil 1: Erwischt

⚠️ FSK 18 – homoerotische Inhalte & Fetisch-Themen

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Ich konnte seinen Blick nicht deuten, als ich mich in seine Richtung drehte. Verwirrung, das war zu erwarten, die Situation war ja auch wirklich bizarr. Aber da war noch etwas anderes. Etwas was mir zwar den Schrecken nahm, die Spannung in mir aber nicht lösen konnte. Jetzt kam er näher und wiederholte seine Frage: „Was machst du da?“, es klang nicht bedrohlich, eher verwundert. Ich wusste nicht was ich sagen sollte, meine Gedanken rasten. 

Wie sollte ich das erklären? Sollte ich die Wahrheit sagen oder lieber lügen? Beides erschien mir absurd. Welche Lüge hätte diese Situation erklärt? Für die Wahrheit schämte ich mich allerdings auch zu sehr. Die Sekunden in denen ich überlegte schienen ihm auszureichen um sich seine Frage selbst beantworten zu können. Sein Blick veränderte sich. 

Trotz der spärlichen Beleuchtung in der Tiefgarage konnte ich erkennen wie die Augen etwas mehr funkelten und ich bildete mir ein ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht erkennen zu können. „Ahh, verstehe schon“, sagte er, nun war sein Grinsen nicht mehr nur eingebildet. „Wusste gar nicht, dass du so einer bist“, führte er seinen Satz fort. 

„Es tut mir leid“, sagte ich endlich. „Ich…Oh Gott, ist das peinlich.“ Ich merkte wie ich rot geworden war. Ich war mittlerweile aufgestanden, aber das bereute ich sofort. Ich traute mich nicht zu gucken, aber meine Hose muss eine riesige Beule gehabt haben. Ich spürte wie ich immer noch steinhart war. 

„Keine Panik, ich werde es keinem erzählen.“, hörte ich ihn sagen und dabei lachte er. Er lachte mich nicht aus. Er war viel mehr amüsiert. „Aber meine Schuhe brauche ich jetzt wieder, ich will zum Tennis.“ Meine Händen bewegten den Schuh den sie trugen in seine Richtung, er griff danach, öffnete die Tür seines Autos und warf ihn auf die Rückbank. 

„Ich bin in einer Stunde wieder zurück. Du kannst gerne zu mir rüber kommen und weiter machen“, sagte er. Sein Blick wanderte nun auf meine Körpermitte und er ergänzte verschmitzt „Wenn du es noch so lange aushältst.“ Ohne meine Antwort abzuwarten stieg er in sein Auto, startete den Motor und warf mir noch einen letzten Blick zu, ehe er auf den Ausgang der Garage zufuhr.

Was war hier gerade passiert? Ich merkte wie sich meine Anspannung langsam löste als ich sein Auto nicht mehr sehen konnte. Ich zitterte leicht, die Situation hatte mich ins Schwitzen gebracht hatte. Das Shirt war nass in den Achseln und auch meine Hände fühlten sich schwitzig an. „Wieso konntest du dich denn nicht beherrschen“, dachte ich. Aber ich hatte mich eigentlich gut beherrschen können. Ich wollte es ja schon viel eher machen. Seit Monaten standen immer wieder Turnschuhe vor seinem Auto in der Tiefgarage. 

Jedes Mal hatte ich den Drang verspürt stehen zu bleiben und den Geruch aufzusaugen. Heute morgen waren es rote Nike Sneaker die mir sofort ins Auge sprangen und ich wollte mich nicht mehr zurückhalten. Ich ging langsam in die Richtung seines Autos, sah mich mehrfach prüfend um. Es war niemand hier. Das Licht, gekoppelt mit dem Garagentor, war längst erloschen. Jetzt war es dunkel, nur die Schilder zu den Notausgängen warfen noch ein mattes Grün auf den Betonboden. Ich hockte mich hin und hob einen Schuh auf, das Leder fühlte sich weich und warm an. An der Sohle waren Reste von rotem Splitt zu erkennen, die Schnürsenkel waren teilweise ausgefranst und leicht verblasst. Ich führte in langsam an mein Gesicht bis meine Nase das Obermaterial berührte. Ich roch das Leder, den Hallenboden und Schweiß. Meine Nase wanderte über die Schnürsenkel zur Öffnung und ich vergrub sie darin. Der Geruch traf mich – scharf, herb, beißend und doch süßlich und vertraut. Ich sog die Luft tief ein, mein Herz hämmerte in meiner Brust und ich merkte wie meine Erregung unaufhaltsam wuchs. Und genau dabei hatte er mich erwischt.

Er wohnte schon hier, als ich vor fast fünf Jahren einzog. Wir hatten nicht viel miteinander zu tun, nur gelegentliche höfliche Begrüßungen und Dankesbekundungen, wenn wir uns gegenseitig die Türen im Gebäude aufhielten. Ich wusste nicht viel über ihn, außer dass er allein lebte und eine Tochter zu haben schien. Ich weiß nicht, wie oft sie sich sehen, aber ich vermute, sie lebt hauptsächlich bei ihrer Mutter, da sie nicht ständig hier ist. Gelegentlich sehe ich auch eine Frau mit ihm im Treppenhaus. Vielleicht hat er eine Freundin? Oder Schwester? Keine Ahnung. 

Ich war nicht jemand der viel Kontakt zu den Nachbarn hatte. Das ging allen so. Es gab fünf Wohnung in unserem Gebäude. Drei auf der unteren Etage, zwei auf der Oberen. Die Wohnungen oben waren jeweils etwas größer. Er wohnte – genau wie ich – auf der unteren Etage. Ich schätzte ihn auf Mitte bis Ende Vierzig, schlank aber nicht muskulös, seine Haare wurden dünner, man konnte bereits den Anfang einer Glatze erkennen. Er wirkte manchmal leicht nervös wenn wir uns im Treppenhaus begegneten. Umso verwunderlicher das er jetzt so souverän reagiert hatte.

Die Treppe zu meiner Wohnung versuchte ich so schnell wie möglich hochzugehen. Noch immer spannte der Stoff an meiner Hose und ich trug nur eine Jogginghose. Ich wollte auf jeden Fall vermeiden noch anderen Nachbarn zu begegnen. Als ich die Tür hinter mir schloss, stand ich vor dem Spiegel in meinem Flur. Die Beule war nicht zu übersehen. Die Schweißflecken in meinen Achseln auch nicht. Ich zog die Hose ein Stück runter und mein Schwanz sprang heraus. Ich hatte seit ein paar Tagen nicht mehr gewichst und das machte sich jetzt deutlich bemerkbar. Ich war steinhart. Ich zog die Hose wieder hoch und versuchte mich abzulenken. Ich lief ein paar Schritte, dann wieder zurück. „Das kannst du doch nicht bringen“, redete ich mir ein. „Meint der das überhaupt ernst?“ Ich ging in die Küche, öffnete den Kühlschrank, machte ihn aber gleich wieder zu. Nach Essen war mir gerade nicht. Oder doch? Ich konnte mich nicht entscheiden, so trank ich nur ein paar Schlucke kaltes Wasser. Ich sah auf die Uhr, es waren 15 Minuten vergangen. Noch eine dreiviertel Stunde bis er zurück kommen würde. Ich holte wieder meinen Schwanz aus der Hose. Die Errektion war noch genau so hart. Ein Teil von mir wollte sich jetzt gleich Erleichterung verschaffen. Aber ein Anderer hielt mich zurück. „Was wenn er es doch ernst meinte?“. Ich spürte wie die Scham gegen die Lust kämpfte.

Nach einer endlosen Stunde bemerkte ich, wie das Licht im Treppenhaus anging – er war zurück. Ich stand im Wohnungsflur, durch das Milchglas in der Haustür konnte man Umrisse erkennen. Ich sah einen Schatten vorbei huschen und direkt auf die Wohnungstür meines Nachbarn zu gehen. Er musste es sein. Mein Herz setzte einen kurzen Moment aus, nur um dann doppelt so hart weiter zu schlagen. Es gab nur zwei Möglichkeiten: hier bleiben und es vielleicht für immer bereuen oder hingehen. Mit klopfender Brust öffnete ich die Tür und trat in den Hausflur. Seine Wohnung war nur ein paar Schritte entfernt. Mit jedem Meter wurde meine Nervosität größer, mein Schwanz auch. Meine Hände zitterten, als ich den Klingelknopf drückte.