⚠️ FSK 18 – homoerotische Inhalte & Fetisch-Themen
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Das Licht im Flur brannte noch weshalb ich seinen Schatten durch das Milchglas gut erkennen konnte, als er sich auf die Tür zubewegte. Ich hörte ein leises knacken des Schlosses, dann einen kurzen Moment Stille.
Die Tür ging auf.
Er stand barfuß da, nur in einer kurzen Shorts, das T-Shirt hatte er offensichtlich schon ausgezogen. Seine Haut war leicht gerötet, die Haare hingen ihm nass ins Gesicht.
„Du bist gekommen“, stellte er fest. Kein Staunen, kein Spott. Mehr eine Feststellung, wie man sie trifft, wenn etwas genauso eintritt, wie man es erwartet hat. Sein Blick wanderte diesmal direkt zu meiner Körpermitte. Ich merkte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg und nickte nur. Er trat einen Schritt zur Seite, ließ die Tür offen. Das war alles was ich brauchte, ich ging an ihm vorbei in die Wohnung.
„Zieh dich aus.“, sagte er hinter mir während er die Tür schloss.
Meine Hände zitterten als ich mir das Shirt über den Kopf zog, mein Kopf war immer noch hochrot. Ich schlüpfte aus den Schuhen und zog nun auch meine Jogginghose aus.
Er war dicht hinter mir, ich spürte seine Wärme. Eine Hand legte sich auf meinen Nacken. „Dreh dich um.“, seine Stimme klang jetzt leiser, sachlicher. Er musterte mich, sein Blick wirkte wach und konzentriert.
„Du bist schwul.“, stellte er fest. Keine Frage, kein Vorwurf. „Und offenbar ziemlich notgeil.“
Ich nickte, mehr brachte ich nicht raus.
„Gut“, meinte er nur. „Dann passt das ja.“ Er ging an mir vorbei in die Küche und holte sich eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Ich stand im Türrahmen; splitterfasernackt, mit einer Latte. Die Situation hätte surrealer nicht sein können.
Er trank ein paar große Schlucke, stelle die Flasche ab und lehnte sich an die Arbeitsplatte.
„Hör zu“, sagte er. „Mir ist egal, wie du das hier nennst oder was das für dich bedeutet.“ Er machte eine kurze Pause. „Ich hatte einen langen Tag. Viele Termine. Gerade noch Training.“
Eine seiner Hände war inzwischen unter den Bund seiner Shorts gerutscht. Durch den dünnen Stoff war die Bewegung deutlich zu erkennen. „Ich bin aufgeputscht“, fuhr er fort. „Und ich will einfach ein bisschen Entspannung.“
Er sah mich erwartend an.
„Meinst du, du kannst mir dabei helfen?“
Er wartete. Sagte nichts weiter. Die Hand blieb dort, wo sie war, bewegte sich kaum, als hätte er sie nur aus Bequemlichkeit nicht wieder herausgezogen. Sein Blick ließ mich nicht los, aber er drängte nicht. Es war eher dieses stille Prüfen, ob ich von selbst den nächsten Schritt machen würde. Die Sekunden dehnten sich. Ich spürte mein eigenes Atmen viel zu laut in dem kleinen Raum, das leise Summen des Kühlschranks, die Wärme zwischen uns. Er schien vollkommen ruhig dabei, seine Haltung blieb locker, fast gleichgültig, als wäre das hier nur eine Randnotiz seines Abends.
„Ich…“, setzte ich an und brach kurz ab. Meine Stimme klang rauer, als ich erwartet hatte. Ich machte einen kleinen Schritt näher, blieb dann stehen.
„Sag mir einfach, was ich tun soll“, brachte ich schließlich hervor.
Er antwortete nicht sofort. Sein Blick blieb auf mir liegen, als würde er den Satz erst einordnen. Dann atmete er langsam aus. Kein Seufzen, eher ein kontrolliertes Ablassen von Spannung. Er machte keinen Schritt auf mich zu, stattdessen lehnte er sich minimal von der Arbeitsplatte weg, gerade so viel, dass ich es bemerkte. Die Hand blieb dort, wo sie war.
„Hm“, machte er leise. Mehr nicht.
Er sah noch einmal kurz zu mir, dann wandte er sich ab. Nicht abrupt, eher selbstverständlich, als hätte er innerlich entschieden, dass der nächste Ort ein anderer war.
„Komm“, sagte er nur und ging voraus ins Wohnzimmer.
Ich folgte ihm mit ein paar Schritten Abstand. Der Raum war gedimmt, nur eine Stehlampe brannte, warmes Licht auf dem Sofa und dem niedrigen Tisch davor. Er ließ sich fallen, streckte die Beine aus und lehnte sich zurück, als wäre das hier sein natürlicher Platz nach einem langen Tag. Eine Hand lag locker auf dem Bauch, die andere auf der Lehne. Er sah mich an.
„Setz dich“, meinte er. Kein bestimmter Platz, kein Tonfall, der etwas festlegte. Nur das Angebot, den Raum zu teilen.
Ohne genau zu wissen warum, ließ ich mich schließlich auf den Boden nieder. Langsam. Erst ein Knie, dann das andere. Der Teppich war warm unter meinen Händen. Ich saß nicht direkt vor ihm, eher leicht versetzt, als hätte ich mir unbewusst einen Rest Abstand gelassen.
Sein Blick glitt kurz über mich hinweg, dann wieder zurück.
„Bequem?“, fragte er ruhig.
Ich nickte. Mein Hals fühlte sich trocken an.
Er sah mich einen Moment an, dann bewegte er sich ein wenig auf der Couch, zog ein Bein an, stellte den Fuß näher an mich heran. Keine Berührung.
„Okay“, sagte er schließlich. „Dann bleib erstmal so“, fügte er hinzu. Seine Stimme war ruhig, gleichmäßig. „Ich muss kurz runterkommen.“
Er lehnte tiefer in die Couch, ließ das Gewicht in die Polster sinken. Seine Brust hob und senkte sich noch etwas schneller als normal, als hätte der Körper den Sport noch nicht ganz losgelassen. Die Haut war an einigen Stellen dunkler vom Schweiß, besonders dort, wo das Licht der Lampe schräg darüberstrich. Ich bemerkte kleine Dinge, die mir vorher entgangen waren: die feinen Härchen auf seinen Beinen, das leichte Spannen der Haut, wenn er sich minimal bewegte, das unbewusste Nachjustieren seiner Haltung, um es bequemer zu haben. Die Muskeln waren warm, der Puls noch leicht erhöht, dieses dumpfe Nachziehen in den Oberschenkeln vertraut. Gut sogar.
Er öffnete die Augen wieder und sah nach unten. Ich kniete immer noch auf dem Boden, hatte mich nicht bewegt. Das registrierte er. Kein Zeichen von Unsicherheit. Eher von Bereitschaft. Es passte zu dem Bild, das er sich längst gemacht hatte.
Seine Hand glitt langsam über seinen Bauch, blieb dort einen Moment liegen, als würde er prüfen, wie sich das anfühlte. Dann wanderte sie weiter nach unten. Einfach eine Bewegung, die logisch war. Sein Körper hatte Druck, und er wusste, wie man damit umging. Er sah dabei zu mir. Direkt und ohne Scham. Wie jemand, der etwas tut, weil es ihm zusteht, und nebenbei beobachtet, was das mit dem anderen macht.
Ich merkte, wie mein eigener Körper reagierte, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Mein Blick wich nicht aus. Ich wusste nicht, ob ich es überhaupt gekonnt hätte. Seine Hand bewegte sich weiter, langsam, gleichmäßig. Er dachte nicht darüber nach, wie das aussah. Ihn interessierte nur, wie es sich anfühlte. Ein Teil von mir wollte sich bewegen, näher kommen, irgendetwas tun. Ein anderer hielt mich genau dort fest, wo ich war. Als wäre das gerade der richtige Platz.
Er lehnte sich ein wenig nach vorne, gerade so weit, dass der Abstand zwischen uns spürbar kleiner wurde. Sein Blick blieb ruhig und aufmerksam.
„Bleib so“, sagte er. Kein Befehl. Keine Bitte. Nur ein Satz, der passte.
Ich blieb. Spürte den Boden unter meinen Knien, die Wärme, die von ihm ausging, dieses seltsame Gleichgewicht zwischen Nähe und Stillstand. Ich hatte das Gefühl, dass wir beide genau wussten, was gleich passieren würde und dass es gerade deshalb keinen Grund gab, es zu überstürzen.

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